Gesunde und vielseitige
Ernährung
Alles "light"? Schluss mit den Diät-Fallen
Trennkost, Glyx oder Low Carbs -
so manche/r hat schon alle Diät-Programme durch und immer wieder nur eine
leidvolle Erfahrung gemacht: spätestens nach ein paar Wochen zeigt die
Waage exakt wieder dasselbe pfundige Ergebnis an. Die Ursachen? Einseitige Mono-
oder Blitzdiäten bewirken oft das Gegenteil von dem, was sie versprechen.
Und: viele so genannter "Light"-Produkte regen den Appetit erst richtig
an.

DAK, Hamburg
Experten wissen: Hungern oder Blitzdiät sind genau der falsche Weg, um
abzunehmen. Schuld daran ist der viel zitierte "Jojo-Effekt": nimmt
man zu wenig Energie auf, wird damit dem Körper signalisiert "Achtung,
Hungersnot naht". Die Reaktion: der Organismus verbrennt kein Fett mehr,
sondern speichert es - als Überlebensreserve, sozusagen. "Ähnliches
gilt für Mono-Diäten", sagt die Ernährungswissenschaftlerin
Hanna-Kathrin Kraaibeek. "Egal, ob nur Eiweiß, kein Fett oder ausschließlich
bestimmte Kohlenhydrate empfohlen werden - eines haben alle einseitigen Diäten
gemeinsam: Man riskiert Mangelerscheinungen, nimmt aber noch lange nicht langfristig
ab."
Das richtige Fett
Beispiel Fett: im Rahmen einer Diät ganz auf Fett zu verzichten, ist grundfalsch.
Denn der Organismus braucht eine gewisse Menge Fett für wichtige Stoffwechselprozesse,
zum Beispiel zur Aufnahme bestimmter Vitamine. Nicht "no fat", sondern
das richtige Fett muss es daher heißen: hochwertiges Olivenöl etwa,
das durch seine wertvollen Fettsäuren für gute (= HDL) Cholesterinwerte
im Blut sorgt. Allerdings "So gesund Olivenöl auch ist, ein Schlankmacher
ist es natürlich nicht - sondern 100 Prozent Fett." Also, sparsam
dosieren.

DAK, Hamburg
Auch in vermeintlich "leichten" Gerichten kann jede Menge Fett stecken.
Im beliebten Tomaten-Mozarella-Salat, zum Beispiel. Wussten Sie, dass 100 Gramm
Mozzarella rund 230 Kilokalorien enthalten, also fast genauso viel wie in 100
Gramm Camembert oder Brie (mit 40 Prozent Fett)? Etwas "leichter"
ist dagegen schon Schafskäse (40 Prozent Fett). "Drei Viertel aller
Fette nehmen wir täglich in ,versteckter' Form zu uns", warnt die
Ernährungsexpertin. Die stecken häufig in Fastfood oder Fertiggerichten,
ungeahnt fetten Fleisch- oder Wurstsorten, Vollmilch, Sahnejoghurt oder -quark.
Trügerische Light-Produkte
Beispiel Joghurt: hier lauern auch versteckte "Zuckerfallen". Im Fruchtjoghurt
etwa - das klingt so gesund und leicht, und birgt doch, in der klassischen Ausführung,
mal eben den Gehalt von sechs Stück Würfelzucker in sich! "Besser
man mischt Naturjoghurt mit frischem Obst", rät die Ernährungswissenschaftlerin.
Anderes Beispiel: Fruchtsäfte. Wer ahnt schon, dass ein Glas Apfelsaft
genau soviel Kalorien enthält wie ein Glas Cola? Als - vermeintlich zuckerfreie
- Variante findet man allzu auch oft so genannte Light Produkte im Supermarktregal.
Eine trügerische Alternative: denn sie verführen nicht nur dazu, schnell
mal die doppelte Portion zu verputzen, sondern enthalten auch noch jede Menge
künstliche Süßstoffe, die den Appetit zusätzlich anregen,
bei manchen sogar wahre Heißhungerattacken auslösen. "Wirklich
leichte Varianten, bei denen Sie getrost zugreifen dürfen, sind natürliche
Light-Lebensmittel wie Obst, Gemüse, mageres Fleisch und Vollkornprodukte",
so Hanna-Kathrin Kraaibeek.
Sport und Illusionen
Und vor allem: in den Griff kriegt seine Gewichtsprobleme nur, wer langfristig
seine Ernährung umstellt. "Ein Kilo im Monat verlieren - das ist realistisch
und sichert dauerhaft den Erfolg." Den man mit ausreichend Sport und Bewegung
noch unterstützen kann - mal eine halbe Stunde joggen, Rad fahren oder
schwimmen reichen da schon. Aber: hüten Sie sich auch hier vor Illusionen.
In allen "Disziplinen" verbrauchen Sie gerade mal 200 bis maximal
500 Kalorien. So viel wie in einem Stück Apfelkuchen (203 kcal.) stecken
- oder einer Portion Pellkartoffeln mit Herings-Dip (445 kcal.).
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